Marry me Green

Nachhaltig und elegant heiraten, passt das zusammen? Natürlich, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Wedding-Team hat sich dieser tollen Herausforderung angenommen.

Umweltschutz wird auch in der Hochzeitsbranche immer wichtiger. Immer mehr Paare achten bei der Planung ihres grossen Tages auf den sorgfältigen Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten oder wählen Hochzeitsdienstleister, denen «grünes» Heiraten ebenso wichtig ist. «Trotz allen Entwicklungen in diesem Bereich hat Umweltschutz aber noch immer einen langweiligen Nachgeschmack und passt auf den ersten Blick nicht zu einer eleganten Hochzeit», sagt Weddingplanerin Fabienne Joss von The Wedding Dot. «Wir haben uns deshalb vorgenommen, eine von A bis Z nachhaltige und trotzdem wunderschöne Feier zu inszenieren.»

 

Das Nachhaltigkeitskonzept reicht bis ins Detail: Die Braut ist mit Naturkosmetik geschminkt. Der Schmuck stammt von Goldschmiedin Evelyne M., die ausschliesslich mit Recycling-Edelmetallen arbeitet, und auch das Kleid von Designerin Leila Hafzi ist aus nachhaltiger Produktion. Und das Team hat eine ganz besondere Location aufgespürt: Direkt an der Sihl am Rande der Stadt Zürich liegt das Restaurant Fork & Bottle. Die unkomplizierte Location mit romantischem Kastaniengarten arbeitet nach dem Farm-to-Table-Konzept: Alle Produkte sind aus der Region, oft sogar sind sie direkt beim ­Produzenten eingekauft. Das Team hat auch an Allergiker oder «bewusste Esser» gedacht und einen veganen Raw Cake machen lassen, der frei ist von Industriezucker, Laktose und Gluten.

 

Fundus aus der Natur

Umweltfreundlich heiraten kann selbstverständlich auch bedeuten, viel selbst gestalten zu müssen oder vorhandene Ressourcen zu nutzen, zum Beispiel selbst gemachte Stickrahmen und von Hand beschriftete Platzsteine. Bei diesem Styled Shoot wurde aber auf Überflüssiges verzichtet, so auch bei der Papeterie aus recyceltem Naturpapier. Für das florale Konzept entschied sich das Team, mit Maja Bartholet von Fleuraissance zusammenzuarbeiten. Sie zieht den Grossteil ihrer verwendeten Blumen im eigenen Garten, arbeitet ohne Pestizide und ohne den schlecht biologisch abbaubaren Steckschaum. Bei Bedarf kauft sie saisonale und regionale Blumen hinzu. Und Traurednerin Simone Gori von Lovely Words konzipierte letztlich passend ein unkompliziertes Trauritual.

 

Die Macherinnen blicken auf ein insgesamt gelungenes Projekt. «Das Ergebnis hat uns umgehauen», sagt Fabienne Joss erfreut. «Wir haben bewiesen, dass es mit sorgfältiger Planung und Recherche ohne Weiteres möglich ist, eine nachhaltige Hochzeit zu feiern. Sogar mitten in der Stadt und ganz ohne Ökomief.»

 

Fotos: LiLu Photography

Planung und Konzeption: theweddingdot.com  

Location: forkandbottle.ch  

Zeremonie: lovelywords.ch

Floral Design: fleuraissance.ch  

Haare und Make-up: nadjathoma-makeupartist.ch  

Papeterie: atelier8048.ch  

Deko, Handlettering: handletterista.ch  

Hochzeitskleid: hera-zuerich.ch  

Schmuck: evelyne-m.ch  

Torte: lolaskitchen.ch  

Models: Debbie und Wolfgang

 

Ohne viel Tamtam: Simpler Trauspruch im Garten in der Gegenwart der Traurednerin.

Signaletik: Aus alten Gegenständen aus dem Brockenhaus lässt sich bestens Hochzeitsdekoration basteln.

Das biedere Ringkissen wurde gegen ein schön bemaltes Ringholz mit zwei Ringrillen getauscht.

Eheringe vom Schweizer Label Evelyne M., das nur mit Recycling-Edel­metallen arbeitet und eine familiäre ­Zusammenarbeit mit seinen Rohmaterial­lieferanten pflegt.

Stickbilder: Früher galten sie als spiessig, heute sind sie total en vogue.

Von Kopf bis Fuss auf Natur eingestellt: ­Brautpaar im nach­haltigen Outfit.

Tonnenweise Plastikstrohhalme landen täglich im Müll. Diese sind aus Papier.

Platzsteine: Selbst gesammelt und von Hand bemalt.

Bewusst sehr einfach gehaltene Papeterie, gedruckt wurde auf naturbelassenes Recyclingpapier.

Maja Bartholet von Fleuraissance zieht den Grossteil der von ihr verwendeten Blumen ganz ­natürlich im eigenen Garten.