SW Kolumne

Wedding-Expertin

Caty Pelosato

Die Autorin Mary Bly pflegt zu sagen: «Hunde kommen, wenn man sie ruft. Katzen nehmen deine Nachricht zur Kenntnis und kommen eventuell später darauf zurück.» Unsere pelzigen Freunde sind keine Menschen, sie folgen ihren Instinkten und erst dann manchmal auch dem Menschen. Caty Pelosato geht der Frage nach, ob und

wie Tiere an Hochzeiten teil- nehmen sollen, und gibt Ratschläge, damit am grossen Tag alle glücklich sind.

Tierische Hochzeiten

«Wer Tiere einbezieht, muss die Hochzeit ohne Wenn und Aber tiergerecht planen und für alles einen Plan B haben, falls das Tier bockt.» 

Wer bringt eigentlich die Ringe: das Blumenkind, der Trauzeuge, der Papa? Immer öfter ist es der beste Freund des Menschen – der Hund. Und immer häufiger beschreitet er als «Blumenkind» mit dem Braut- paar den Weg zum Altar. Er begleitet das Brautpaar ja auch im täglichen Leben. Was für ein Jöh-Moment, wenn er mit fein drapiertem Hals- band, passend zum Brautbouquet, schwanzwedelnd neben seinem Herrchen Platz nimmt. Aber klappt das immer?

 

Wie bei Kleinkindern gilt auch bei Tieren: mal ja, mal nein. Tiere sind nicht planbar, sie folgen ihrem Instinkt. Wenn sie keine Lust auf etwas haben, dann trappeln sie bestenfalls weg, und wenn sie das Bedürfnis nach Erleichterung verspüren, dann machen sie auch vor dem Hochzeitskleid nicht halt. Wer Tiere einbezieht, muss die Hochzeit ohne Wenn und Aber tier- gerecht planen und für alles einen Plan B haben, falls das Tier bockt.

 

Vor der Hochzeit muss auch der Hund an einiges gewöhnt werden: an viele Menschen, an das Halsband mit den Ringen und an die Strecke, die er ohne Leine ablaufen soll. Falls beim Üben das Gefühl aufkommt, er fühle sich in dieser Situation unwohl, sollte man darauf verzichten. Vor und während der Trauung sowie an der Feier muss er ausser- dem von einer Bezugsperson betreut werden. Er benötigt reichlich Wasser, Leckerlis und ein ruhiges Plätzchen, damit er sich zurückziehen kann. Es ist am besten, ihn für die Abendfeier auszuladen – laute Musik ist nichts für Tiere. Katzen, Vögel, Häschen und was es sonst noch alles gibt, sollten nach ihrem Einsatz wieder nach Hause.

 

Kommen wir noch zum Einsatz von Tieren als Deko: Auch hierzulande schleicht sich langsam der Trend ein, beim Fotoshooting mehr oder weniger wilde Tiere aufs Bild zu nehmen – bei uns beschränkt sich die Aus- wahl noch auf Alpakas, Lamas, Ziegen, Falken und Pferde. Bitte immer abklären, ob dieses «Foto- accessoire» auch tiergerecht transportiert wurde und auch vor Ort alles Notwendige zu seinem Wohl getan wird. Mit Hund, Katze, Maus gestaltet sich das Shooting schon leichter. Doch auch hier gilt es, die Bedingungen einzuhalten, damit der Tag für alle wunderbar wird. Das Brautpaar braucht viel Zeit und Geduld und einen Fotografen, der Erfahrung mit Tieren hat. Der weiss: Die schönsten Bilder ergeben sich aus den spontanen Schnappschüssen, denn dirigieren lassen sich unsere besten Freunde kaum.

 

Bitte stets artgerecht gehaltene Tiere aus der Region und zumindest aus der Schweiz wählen, das gilt auch für Tauben und Schmetterlinge. Letztere werden gekühlt verpackt und mit der Post versandt.

 

Das tut ihnen nicht weh. Ist es über 22 Grad warm, fliegen sie einfach los, sobald die Schachtel aufgeht. Doch bestellt man sie im Ausland und bleiben sie am Zoll hängen, erhält man ein Paket mit toten Schmetterlingen. Weitere Tipps erteilt das Papiliorama in Kerzers FR.