v.l.: Caty Pelosato (Mitinhaberin Hochzeitsagentur Wedding à la carte und Schulleiterin AWEE Swiss Academy of Wedding & Event Education), Marilena Maiullari (Redaktionsleiterin Swiss Wedding), Daniel Kiefer (Zeremonienmeister und reformierter Pfarrer), Dennis Lehmann (Hoteldirektor Seehotel Flora Alpina), Shirley Védrigue (Braut und frisch- gebackene Hochzeitsplanerin bei Marrylicious).

GO FOR IT OR LEAVE IT – JEIN GIBT’S NICHT!

Die Interessen von Brautpaaren und Hochzeits- dienstleistern driften während der Pandemie weit auseinander. Während die einen so spät wie möglich entscheiden wollen, ob sie heiraten oder nicht, brauchen die anderen Verbindlichkeiten. Verträge, Fristen, Kosten, Wünsche und Träume, Tränen und Glück ... Wie trifft man die richtige Entscheidung für oder gegen die eigene Hochzeit?

Wir haben es alle erlebt: Alles, was zurzeit an einem bestimmten Tag festgehalten wird, hat tags darauf vielleicht keine Gültigkeit mehr. Für Brautpaare sieht es anders aus, sie müssen sich irgendwann für ihre Hochzeit festlegen, und das hat weitreichende Konsequenzen. Kein Wunder ist vielen Paaren, be- sonders Bräuten, zurzeit angst und bange: heiraten oder absagen, feiern oder abwarten? Um Paare wäh- rend dieses schwierigen Entscheidungsprozesses zu unterstützen, hat Swiss Wedding drei Dienstleister und eine Braut zu einem virtuellen Tischgespräch eingeladen. Entstanden ist eine spannende Auslege- ordnung über das Heiraten im 2021.

 

Am Videotalk im November haben unsere Braut Shirley Védrigue sowie Caty Pelosato, Mitinhaberin Hochzeitsagentur Wedding à la carte und Schul- leiterin AWEE (Swiss Academy of Wedding & Event Education), Dennis Lehmann, Hoteldirektor des Seehotels Flora Alpina in Vitznau, Daniel Kiefer, Zeremonienmeister und reformierter Pfarrer aus Wittenbach, und die Redaktionsleitung teilgenom- men. Swiss Wedding ermittelte als Erstes, was Shirley zurzeit Sorgen bereitet. Ihre Kompromiss- bereitschaft in Bezug auf ihre Hochzeitsvorstellungen war anfänglich klein, ihre Angst gross. Dazu mischte sich die innere Zerrissenheit, sich selbst treu zu bleiben aber auch niemanden enttäuschen zu wollen. Wird Shirley für sich die Antworten und den für sie passenden Hochzeitsweg finden?

 

SW: Shirley, du willst nächstes Jahr im Juni standesamtlich heiraten, und im September findet deine grosse Hoch- zeit statt. In deinem Kopf muss zurzeit viel los sein. Wie erlebst du diese Zeit?

 

Shirley: Ja, in der Tat. Meine grösste Angst ist, dass mein Verlobter und ich die Anzahl der Gäste limitie- ren müssen. Von den 80 Gästen einige rauszusortie- ren, ist für mich unvorstellbar – das geht nicht, das kann ich nicht! Wenn es so weit kommt, möchte ich die Hochzeit absagen. Und dazu gesellt sich auch gleich meine zweite grosse Angst: Was, wenn ich von den Dienstleistern zur Durchführung mit weniger Gäste gezwungen werde? Bei den meisten Dienstleis- tern habe ich eine Vertragsklausel in die Verträge ein- bauen lassen, dass ich die Hochzeit im schlimmsten Fall verschieben kann. Das ging aber nicht bei allen.

 

Als weiteres Problem sehe ich das Tragen der Masken. Ich fände es sehr schade, wenn in einigen Jahren bei der Durchsicht unserer Hochzeitsfotos wir die mit Masken verdeckten Gesichter unserer Gäste nicht erkennen werden – unsere eigenen Gäste! Den Make-up-Termin könnte ich mir dann auch sparen. Natürlich habe ich auch etwas Angst, selbst an Corona zu erkranken. Deshalb habe ich die Kontakte widerwillig sehr heruntergefahren. Schliesslich habe ich zurzeit viele Termine: im Brautladen, beim Dekorateur und, und, und. Wenn ich in Quarantäne muss, bringt das den Zeitplan massiv durcheinander.

 

Und zuletzt plagt mich die Angst, dass sich an mei- ner Hochzeit Menschen mit dem Virus anstecken könnte. In meiner Kultur geniessen wir jeden Mo- ment mit der Familie – man weiss nie, was morgen sein wird. Deshalb kann ich mir eine Hochzeit unter Einhaltung von Distanz nicht recht vorstellen. Wie soll das denn gehen? Soll ich jemandem, der mir gratulieren will, 1,5 Meter vorher abblocken und sagen: Stopp, du darfst dich mir nicht nähern? Ich hoffe, dass ich ein schönes und reibungsloses Fest haben werde. Denn seit Kind stelle ich mir diesen

grossen Tag vor. Ich möchte mir dafür all meine Wünsche erfüllen. Und ich will glückliche Gäste – schlussendlich machen…

 


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