Der vierte Finger links

Haben Sie sich auch schon gefragt, weshalb man in der Schweiz den Ehering am vierten Finger links trägt? Die Antwort darauf findet sich in der Geschichte. In der Antike glaubte man, dass vom linken Ringfinger eine Ader direkt zum Herz gehe und somit zur Liebe führe (Vena amoris). Die alten Ägypter, Griechen und Römer machten es uns vor, sie trugen ihren Ehering damals schon so, und wir sind diesem Brauch treu geblieben. Die südlichen europäischen Länder und die USA tun es den Schweizern gleich, während in Deutschland, Österreich, Polen, Bulgarien, Norwegen und Russland der Ehering an der rechten Hand seinen Platz hat. Diese Tradition geht auf den Brauch der Germanen zurück, die den vierten Finger der rechten Hand Goldfinger nannten. 

 

Und der Verlobungsring? Der kommt hierzulande meistens auch an die linke Hand. Nach der Heirat tragen ihn manche Bräute als Ansteckring am gleichen Finger, während ihn andere an den rechten vierten Finger stecken – besonders wenn Ehering und Verlobungsring optisch schlecht zusammenpassen. Wieder andere legen ihn ab und tragen ihn nur noch zu besonderen Gelegenheiten. 

 

Auch zum Verlobungsring gibt es eine Anekdote aus vergangenen Zeiten. Im Mittelalter war er eine ziemlich pragmatische Angelegenheit: ein Zeichen dafür, dass die Frau vergeben war, und eine Art Empfangsbestätigung für die Mitgift. Übrigens: Wird das Verlöbnis gelöst, wandert er gemäss ZGB (Schweizerisches Zivilgesetzbuch) zurück an den Schenker.